Abstract
Diese Arbeit versucht auf einige wichtige Richtlinien von Dževad Karahasans Werk Knjiga Vrtova (2004) hinzuweisen, mit dem Bewusstsein, dass es in einer kurzen Darstellung unmoglich ist, alle gedanklich-reflexiven, kulturellen, philosophischen, religiOsen, literaturkritischen und theoretischen Werte des Buches zu zeigen. Knjiga vrtova besteht aus fiinf £ssays, l'n denen der Autor, von einer bildlichen Darstellung des Gartens ausgehend, mit Hilfe semantischer Analogien und Vergleiche, Beziehungen herstellt und nach dem, was in verschiedenen Kulturen und Religionen gemeinsam ist, sucht, und so den Garten zu einem universellen Symbol werden lasst. Der Garten zeigt sich als eine wichtige Richtlinie im Leben des Menschen auf der Erde und in seinem Bedurfnis, eine Welt reich an Bedeutungen herzustellen, indem er der Natur die Kultur zuftihrt. Nur jene Erscheinungen in der Kultur, die etwas auBer sich selbst bedeuten d.h. noch etwas anderes reflektieren, erlauben keine Nichtigkeit und keine Pseudomythologie. Karahasan betrachtet die Beziehung zvvischen diesseitigen Garten und dem Parad i es garten als Beziehung zwischen dem Sprechen und der Sprache; mit der strukturellen Analyse des Sammelwerkes Tausend und eine Nacht weist er auf den Garten hin, als auf einen kompositionellen motivischen Knotenpunkt; Frau, Triimmer eines privaten Hauses, sowie der obere Teil des Parks in Sarajevo funktionieren wie ein Garten; er verbindet die Bedeutung der Wuste im Christentum mit dem, was der Garten im Islam bedeutet; und schlussendlich deutet er auf Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten spezifischer Kulturmodelle hin, indem er esoterischem Gedanken durch verschiedene Kulturen in verschiedenen historischen Zeitabschnitten folgt.
